Platzierung im Hauptstudium des modularisierten SJ: HS II M 14
Informationen zum Asyl- und Flüchtlingsrecht
www.bamf.de Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Frankenstr. 210 90461 Nürnberg Tel.: (0911) 943-0 Fax: (0911) 943-1000 Mail: poststelle@bamf.bund.de
www.unhcr.de UNHCR Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UN) Vertretung in Deutschland Wallstr. 9 10179 Berlin Tel.: (030) 20220226 Fax: (030) 20220223 Mail: gfrb@unhcr.org
Filzwieser/Sprung, Dublin II-Verordnung, Kommentar zur Verordnung (EG) Nr. 343/2003 und Verordnung (EG) Nr. 1560/2003, 3. Aufl. 2010
Piotrowicz, Dublin II und zukünftige Perspektiven eines gemeinsamen europäischen Asylsystems, ZAR 2003, 383
Ritter, Das Flughafenverfahren am Flughafen Frankfurt/M., ZAR 1999, 176
Schott, Asylverfahrensrecht für die Grenzpolizei, 2009
Schröder, Die EU-Verordnung zur Bestimmung des zuständigen Asylstaates, ZAR 2003, 126
Westphal/Stoppa, Ausländerrecht für die Polizei, 3. Aufl. 2007, Kapitel 11
Aktuelles
1.) Rechtsprechung gewährt Rechtsschutz gegen Dublin II-Rückführung nach Griechenland und Italien. In Fällen, in denen die Hellenische Rep. - i.d.R. gem. Art. 10 I VO (EG) Nr. 343/2003 (Dublin II-VO) - für die Durchführung des Asylverfahrens zuständig ist, gewährt die Rechtsprechung einstweiligen (in einem Fall auch im Hauptsacheverfahren) Rechtsschutz gegen die Zurück-/Abschiebung nach Griechenland nach § 18 III bzw. § 34a I AsylVfG, da aus UNHCR-Berichten hervorgeht, dass in Griechenland infolge Überlastung und zu geringer administrativer Kapazitäten kein der RL 2003/9/EG entsprechendes Asylverfahren gewährleistet ist. Vgl. dazu BVerfG, Beschl. v. 08.09.2009 - 2 BvQ 56/09 = NVwZ 2009, 1281; BVerfG, Beschl. v. 09.10.2009 - 2 BvQ 72/09; BVerfG, Beschl. v. 05.11.2009 -2 BvQ 77/09; BVerfG, Beschl. v. 13.11.2009 - 2 BvR 2603/09; BVefG, Beschluss vom 25.02.2010 - V ZB 172/09; VG Gießen InfAuslR 2008, 327; VG Berlin, Beschl. v. 27.02.2009 - VG 34 L 57.09; VG Würzburg, Urt. v. 10.03.2009 - W 4 K 08.30122; VG Frankf./O., Beschl. v. 06.01.2010 - 7 L 319/09.A. Verschiedene VGe gehen von einem subj. Anspruch des Asylsuchenden auf Ausübung des Selbsteintrittsrechts durch das BAMF gem. Art. 3 II Dublin II-VO und einer diesbezügl. Ermessensreduzierung in Griechenland-Fällen aus. Vgl. VG Würzburg, Urt. 10.03.2009 (Az. s.o.); VG Frankf./M. NVwZ 2009, 1176 (1177); OVG Münster, Beschl. v. 07.10.2009 - 8 B 1433/09.A; VG Arnberg, Beschl. v. 15.12.2009 - 8 L 699/09.A; VG Frankf./O., Beschl. v. 03.02.2010 - 5 L 314/09.A. Seit Anfang 2011 hat das Bundesministerium des Innern angeordnet, dass Dublin II-Rückführungen nach Griechenland vorübergehend ausgesetzt werden. Im Hinblick auf die Schleusung Asylsuchender ist eine Schleusung aus der Hellenischen Republik daher nicht mehr als Schleusung aus einem "sicheren Drittstaat" zu behandeln, sondern steht der Einreisehilfe aus dem Herkunftsstaat bzw. Verfolgerstaat oder einem nicht-sicheren Dritttaat gleich.
Nach neuerer Rechtsprechung sprechen überwiegende Gründe dafür, dass dieselben Grundsätze aktuell für Dublin II-Fälle in Bezug auf Italien anzuwenden sind (VG Darmstadt, Beschl. v. 11.01.2011 -4 L 1889/10.DA.A; VG Köln, Beschl. v. 10.01.2011 - 20 L1920/10.A und 11.01.2011 - 16 L 193/A; VG Wiesbaden, Beschl. v. 12.04.2011 - 7 L 303/11.WI.A; offen gelassen, aber einstweiligen Rechtsschutz zugesprochen: VG Meiningen, Beschl. v. 24.02.2011 - 2 E 20040/11 Me; VG Berlin, Beschl. v. 24.02.2011 - 34L38.11A; auf Grund anderer Auffassung einstweiliger Rechtsschutz gegen Italien-Rückführung abgelehnt durch: VG München, Beschl. v. 21.02.2011 - M 11 E 11.30057; VG Frankfurt/M., Beschl. v. 11.10.2011 - 12 L 2882/11.F.A).
2.) Der gesetzliche Ausschluss einstweiligen Rechtsschutzesin Fällen von Dublin II-Rückführungen nach § 34a AsylVfG ist mit Art. 19 VO (EG) Nr. 343/2003 (Dublin II-VO) und Art. 39 III RL 2005/85/EG nicht vereinbar (VG Wiesbaden, Beschl. v. 12.04.2011 - 7 L 303/1.WI.A).
1. Verfassungsrechtliche und internationale Rechtsgrundlagen
1.1 Art. 16a GG
Art. 16a GG garantiert Grundrechtsschutz auf Gewährung von Asyl für politisch Verfolgte, schließt dieses jedoch aus bei Einreise aus einem EU-Staat oder aus einem die GFK anwendenden Drittstaat („sicherer Drittstaat“). Ein Asylanspruch besteht für Personen, die von dem Staat verfolgt werden, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzen, bei Staatenlosen kommt es auf die Verhältnisse im Land des gewöhnlichen Aufenthaltes an (VG Bremen, Beschl. v. 27.09.2002 – 6 V 1958/02.A).
Herkunftsstaaten von Asylsuchenden sind lt. BAMF-Statistik seit 1996 u.a. Afghanistan, Aserbaidschan, China, Demokrat. Rep. Kongo (bis 1996 Zaire), Irak, Iran, Nigeria, Sambia, Serbien (ältere Angaben beziehen sich auf "Serbien und Montenegro" = bis 03.02.2003 Bundesrep. Jugoslawien, seit 04.02.2003 Serbien und Montenegro; seit 03.06.2006 Ende des Staatenbundes), Sierra Leone, Syrien, Togo, Türkei, Russische Föderation, Vietnam.
In der Zeit von Januar 2007 bis November 2007 werden vom BAMF als zugangsstärkste Herkunftsländer Irak, Serbien, Türkei, Vietnam, Russische Föderation, Iran, Syrien, Libanon, Nigeria und Indien mitgeteilt. Quellen: www.bamf.de/Statistik und BMI, ZAR 2007, 379f.
1.2 Genfer Flüchtlingskonvention 1951 (GFK)
Die GFK regelt u.a.
(a) das Verbot der Zurückweisung, Zurück- oder Abschiebung in den Verfolgerstaat (Art. 33 I GFK),
außer für den Fall, dass der Flüchtling eine Gefahr für die Sicherheit des Zufluchtsstaates bedeutet, weil er wegen eines Verbrechens oder besonders schweren Vergehens verurteilt wurde (Art. 33 II GFK – entspr. Art. 14 IV, 17 I RL 2004/83/EG, § 18 II Nr. 3 AsylVfG, § 60 VIII AufenthG),
(b) den Anspruch auf Ausstellung eines Reiseausweises für Flüchtlinge (Art. 28 GFK),
(c) die Definition des Flüchtlings (Art. 1 A GFK) unter Ausschluss im Falle schwerwiegender Gefahr (Art. 1 F GFK, sog. Zufluchtsunwürdigkeit).
Vertragsstaaten der GFK sind alle EU- und EWR-Staaten sowie die Schweiz und zahlreiche Drittstaaten.
1.3 RL 2003/9/EG (ABl-EG L 31/18 vom 06.02.2003)
Die RL 2003/9/EG gilt für die EU-Staaten außer Dänemark und Irland und regelt den Umgang mit Asylbewerbern, z.B. Wohnsitznahme, medizinische Versorgung, Wahrung der Einheit der Familie. Für unbegleitete Minderjährige ist deren Vertretung durch einen gesetzlichen Vormund vorgesehen.
1.4 RL 2004/83/EG (ABl.-EG 304/16 vom 30.09.2004)
Die sog. Status- oder Qualifikationsrichtlinie regelt für alle EU-Staaten mit Ausnahme von Dänemark Mindeststandards für die Anerkennung als Flüchtling (Art. 1 GFK) oder als anderweitig internationalen Schutz Suchender. Sie definiert Verfolgungshandlungen und Verfolgungsgründe (Art. 9, 10 der RL) und Gründe für das Erlöschen des Flüchtlingsstatus (Art. 11 der RL) sowie den subsidiären Schutz, u.a. vor Todesstrafe und Folter (Art. 15 der RL). Die Umsetzung der RL im innerstaatlichen Recht berührt nicht das Asylrecht aus Art. 16a GG, sondern die in §§ 60 I, 25 II AufenthG, § 3 AsylVfG geregelten Sachgebiete.
1.5 RL 2005/85/EG (ABl.-EG L 326/13 vom 13.12.2005)
Die RL 2005/85/EG sieht Mindestgarantien für Asylbewerber (Art. 8-10 , 13-16, 23-24 der RL) ebenso vor wie Verpflichtungen der Asylbewerber (Art. 11), Reaktionen auf etwaigen Missbrauch (Art. 25-28), Rolle des UNHCR (Art. 21), Konzept "sichere Drittstaaten" (Art. 27) und Mindestgarantien für unbegleitete Minderjähige (Art. 17) und damit die Verfahrensgänge vor den beteiligten Verwaltungs- und Justizbehörden. Allerdings dürfen vor Erlass der RL - bis 30.11.2005 - bestehende innerstaatliche Vorschiften über Verwaltungsverfahren in den einzelnen EU-Staaten aufrecht erhalten bleiben (Art. 30 II der RL).
2. Innerstaatliches Asyl- und Flüchtlingsrecht (AsylVfG, § 25 und §§ 15 IV, 57 III, 60 AufenthG)
2.1 Begriff der Flüchtlingseigenschaft
Flüchtling ist gem. § 3 AsylVfG (in Anlehnung an Art, 1 A GFK), wer in dem Staat, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt oder als Staatenloser seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte, den Bedrohungen des § 60 I AufenthG (politische, religiöse oder rassische Verfolgung) ausgesetzt ist.
2.2 Gang des Asylverfahrens
Das deutsche Recht zum Sachgebiet Asyl und Ablauf des Asylverfahrens lässt sich wie folgt zusammenfassen:
a) Der Asylbegehrende genießt das Aufenthaltsrecht der Aufenthaltsgestattung, so dass ihm die Einreise zu gewähren ist (§§ 18 I, 55 AsylVfG; Ausnahmen: Zurückweisung/Zurückschiebung oder Flughafenverfahren, §§ 18 II, III, 18a AsylVfG). Der Asylsuchende wird an die zuständige oder nächste AE weitergeleitet (§ 18 I AsylVfG).
b) Der Asylantrag ist beim BAMF bzw. der Außenstelle des BAMF zu stellen (vgl. §§ 13 I, 14 I, 18a I Satz 3, 23 AsylVfG). Das nicht rechtzeitige Stellen des Antrages oder das nicht fristgem. Melden in der AE führt zur Behandlung des Antrages als Asylfolgeantrag (§§ 20 II, 23 II, 71 AsylVfG). Jeder Asylantrag beinhaltet gem. § 13 II AsylVfG den Antrag auf Anerkennung als
aa) Asylberechtigter (= polit. Verfolgter einschl. wg. Rasse, Religion, Ethnie Verfolgter, Art. 16a I GG, § 25 I Aufenth) oder als
bb) Flüchtling (= Konventionsflüchtling iSd. GFK), d.h. als Person, die aus Furcht vor politischer, rassischer, religiöser, ethnischer Verfolgung sich außerhalb des Landes aufhält, deren Staatsangehörigkeit sie besitzt, oder als Person, die zwar politisch verfolgt wird, aber z.B. wg. Einreise aus sicherem Drittstaat (§ 26a I AsylVfG) oder aus Nachfluchtgründen (§ 28 AsylVfG) nicht als Asylberechtigter iSv. § 25 I AufenthG anerkannt werden kann.
c) Im Falle der Asylanerkennung wird gem. § 25 I AufenthG ein Aufenthaltstitel erteilt.
d) Im Falle, dass ein Drittstaatsangehöriger nicht verfolgt wird, ihm aber bei Rückkehr die Gefahren von Verfolgung i.S.v. § 60 I AufenthG drohen, wird ihm die Flüchtlingseigenschaft zuerkannt (§ 3 IV AsylVfG) und gem. § 25 II AufenthG ein Aufenthaltstitel erteilt („kleines Asyl“).
e) Die Aufenthaltstitel nach § 25 I, II AufenthG sind 3 Jahre gültig (§ 26 I AufenthG), nach 3 Jahren wird eine Niederlassungserlaubnis erteilt (§ 26 III AufenthG). Dem anerkannten Asylberechtigten wird gem. Art. 28 GFK, § 1 III AufenthV ein Reiseausweis für Flüchtlinge als Identitäts- und Grenzübertrittsdokument ausgestellt.
f) Wird wegen schwerwiegender Gefahr durch den Drittstaatsangehörigen kein Aufenthaltstitel erteilt, wird eine Aussetzung der Abschiebung (Duldung) nach § 60a II AufenthG erteilt.
2.3 Subsidiärer Schutz (Art. 15 RL 2004/83/EG)
Droht dem Drittstaatsangehörigen keine politische o.ä. Verfolgung, aber einer der in Art. 15 L 2004/83/EG genannten ernsthaften Schäden, insbs. Todesstrafe, Folter oder unmenschliche Behandlung, so liegt ein Abschiebungshindernis aus § 60 II, III, V, VII AufenthG vor, das zur Aussetzung der Abschiebung (Duldung) nach § 60a II AufenthG oder zur Erteilung eines Aufenthaltstitels nach § 25 III, V AufenthG führt (subsidiärer Schutz).
Bei der Einreise wirkt sich dieses als Zurückweisungs- bzw. Zurückschiebungshindernis aus, vgl. §§ 15 IV, 57 III AufenthG, die auf die Abschiebungsverbote verweisen.
3. „Dublin II“
Rechtsquellen „Dublin II“-VO = VO (EG) Nr. 343/2003 vom 18.02.2003 – ABl.-EG L 50/1 „Dublin II“-DV = VO (EG) Nr. 1560/2003 vom 02.09.2003 – ABl.-EG L 222/3
3.1 „Dublin II“-Staaten
Staaten, die die „Dublin II“-VO (EG) Nr. 343/2003 anwenden, sind
(a) alle EU-Staaten einschließlich Großbritannien und Irland – Dänemark erst seit 2006 (Abkommen EU/Dänemark vom 21.02.2006 – ABl. EG L 96/9 vom 05.04.2006); (b) die schengen-assoziierten Nicht-EU- (aber EWR-) Staaten Island, Norwegen und die schengen-assoziierte (weder EU- noch EWR-angehörige) Schweiz seit Dezember 2008 (vgl. Beschluss 2008/147/EG vom 28.01.2008, ABl.-EG L 53/3 v. 27.02.2008 und Vereinbarung ABl.-EG L 53/3, 5, 18 vom 27.02.2008).
3.2 Regelungsgegenstand
„Dublin II“ enthält verbindliche Kriterien, nach denen sich die Zuständigkeit eines Mitgliedstaates für die Durchführung eines Asylverfahrens richtet. Gem. Art. 5 I VO (EG) Nr. 343/2003 finden die Kriterien in der in Art. 6-13 VO (EG) Nr. 343/2003 festgelegten Reihenfolge Anwendung. Asylantrag im Sinne der „Dublin II“-VO ist das Ersuchen eines Drittstaatsangehörigen um Schutz durch einen EU-Staat durch Aufnahme als Flüchtling im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention, vgl. Art. 2 c) VO 343/2003/EG).
3.3 Nationale Behörden (BAMF, BPOL)
Für die Prüfung des zuständigen „Dublin II“-Staates ist das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) zuständig (§ 2 AsylZBV). Das bedeutet, dass im Falle eines Aufgriffs nicht die BPOL an der Grenze über die Rückführung in einen anderen „Dublin II“-Staat entscheidet, sondern den Asylbewerber weiterzuleiten hat an die nächstgelegene Aufnahmeeinrichtung (AE) und die Sache zur Entscheidung dem BAMF zu übergeben hat. Überstellungen von Asylbewerbern an sichere Drittstaaten, die zugleich „Dublin II“-Staaten sind, dürfen nur erfolgen, wenn die zentralen Behörden der beteiligten „Dublin II“-Staaten über ein entsprechendes Rücknahmeersuchen entschieden haben.
Sofern allerdings eine zwischenstaatliche Vereinbarung besteht, ist die BPOL für diese Entscheidung selbst zuständig – solche Verfahren führt Deutschland mit Dänemark, Österreich, Schweden und Tschechien durch. Daher ist in diesen Fällen gem. § 3 AsylZBV die Grenzpolizei zuständig, das Ersuchen an einen anderen Dublin II-Staat oder das Rückübernahmeersuchen eines anderen Dublin II-Staates dem BAMF zu übermitteln. Dabei werden die Grenzverfahren allerdings mit Österreich und der Tschech. Rep. nur noch in Richtung dorthin und mit Schweden inzwischen gar nicht mehr durchgeführt. Echte Grenzverfahren gibt es daher nur noch im Verhältnis zu Dänemark.
Bundesasylamt - Dublin Referat Landstraßer Hauptstr. 171 A-1030 Wien
(d) für Schweden
(nicht mitgeteilt, ggf. als Grenzbeh. das Staatl. Einwanderungsamt, Abt. Asylfragen, S-20580 Malmö)
(e) für Tschechien
Ministerium des Innern Asyl- u. Migrationsabt., Dublin Zentralstelle Postfach 21/=AM Nad Stolou 3 CZ-17034 Prag
Quellen: für Dänemark BGBl. 1998 II 1204, für Österreich und Tschechien unveröffentl., für Schweden BGBl. 1999 II 196 v. 05.01.1999
Gem. § 3 AsylZBV ist die BPOL außerdem zuständig für die Übermittlung eines Ersuchens, einen Ausländer zur Behandlung seines Asylbegehrens zu übernehmen, der Übermittlung eines Rückübernahmeantrages und der damit verbundenen Übermittlung personenbezogener Daten.
Gem. § 4 AsylZBV kann das BAMF das Verfahren der Grenzbehörden übrnehmen, auf Ersuchen der Grenzbehörde hat es das Verfahren obligatoisch zu übernehmen - die alte 48 h / 96 h - Regelung ist damit durch die Neufassung der AsylZBV (BGBl. 2008 I 645) entfallen.
3.4 Die „Dublin II“-Kriterien für die Bestimmung des zuständigen Staates
1. Stufe: Asylbewerber ist ein unbegleiteter Minderjähriger (unverheiratet, 18. Lebensjahr nicht vollendet), vgl. Art. 6 VO (EG) Nr. 343/2003. Zuständig ist der „Dublin II“-Staat, in dem sich ein Familienangehöriger rechtmäßig aufhält, sofern dies im Interesse des Minderjährigen liegt. Gibt es keinen Familienangehörigen in einem „Dublin II“-Staat, so ist der Staat der Erstantragstellung zuständig.
2. Stufe: Wenn der Asylbewerber einen Familienangehörigen hat, der in einem „Dublin II“-Staat als Flüchtling anerkannt ist, ist dieser „Dublin II“-Staat zuständig, wenn die Betr. dies wünschen, vgl. Art. 7 VO (EG) Nr. 343/2003.
3. Stufe: Wenn der Asylbewerber einen Familienangehörigen hat, der in einem „Dublin II“-Staat Asylbewerber ist, über dessen Antrag noch keine Sachentscheidung getroffen ist, ist dieser „Dublin II“-Staat zuständig, wenn die Betr. dies wünschen, vgl. Art. 8 VO (EG) Nr. 343/2003.
4. Stufe:Ist der Asylbewerber im Besitz eines Aufenthaltstitels oder Visums eines „Dublin II“-Staates, ist der „Dublin II“-Staat zuständig, der das Dokument ausgestellt hat, vgl. Art. 9 I bzw. Art. 9 II VO (EG) Nr. 343/2003.
Ist der Aufenthaltstitel weniger als 2 J. bzw. das Visum weniger als 6 Mon. abgelaufen, bleibt es bei dieser Zuständigkeit gem. Art. 9 II i.V.m. Art. 9 IV VO (EG) Nr. 343/2003, sofern das abgelaufene Visum ursächlich für die Einreise in den EU-/"Dublin II"-Raum gewesen ist (Filzwieser/Liebminger, Dublin II-VO, 2. Aufl. 2007, Anm. K 30 zu Art. 9 VO 343/2003/EG).
5. Stufe: Ist der Asylbewerber unerlaubt aus Drittstaat kommend über Luft-, Land oder Seegrenze in einen „Dublin II“-Staat eingereist und liegt die Einreise weniger als 12 Monate zurück, ist der „Dublin II“-Staat der unerlaubten Ersteinreise zuständig. Ist dieser Staat nicht mehr zuständig, so ist der „Dublin II“-Staat zuständig, in dem der Asylbewerber sich ununterbrochen mindestens 5 Monate aufgehalten hat, vgl. Art. 10 VO (EG) Nr. 343/2003.
6. Stufe: Wenn der Asylbewerber in einen Staat einreist, in dem er visumfrei ist, ist dieser „Dublin II“-Staat zuständig; vgl. Art. 11 VO (EG) Nr. 343/2003 (in der Praxis irrelevant, da fast alle „Dublin II“-Staaten über EUVisaVO identische Visabestimmungen haben, Ausn. durch nationale Visabefreiung gem. §§ 16, 19 AufenthV i.V.m. Anlage A Nr. 2, Nr. 3, Anlage B denkbar).
7. Stufe: Stellt der Asylbewerber ein Asylbegehren im Flughafentransit vor Einreise, ist der „Dublin II“-Staat zuständig, in dessen Hoheitsgebiet der Transitbereich liegt, vgl. Art. 12 VO (EG) Nr. 343/2003.
8. Stufe:Lässt sich der zuständige Staat nicht anders bestimmen, so ist der „Dublin II“-Staat, in dem der erste Asylantrag gestellt wurde, zuständig, vgl. Art. 13 VO (EG) Nr. 343/2003.
Abweichend davon ist zur Wahrung der Familieneinheit der „Dublin II“-Staat zuständig, in dem sich der größte Teil einer Familie oder das älteste Familienmitglied aufhält, wenn anderenfalls durch Kriterien der Stufen 1 bis 8 die Familie getrennt würde (Art. 14 VO 343/2003/EG), kann jeder „Dublin II“-Staat Familienzusammenführungen unternehmen und dadurch eine eigene Zuständigkeit begründen (Art. 15 VO 343/2003/EG), kann jeder „Dublin II“-Staat im Wege eines Selbsteintrittsrechts eine eigene Zuständigkeit begründen (Art. 3 II VO 343/2003/EG).
4. Eurodac
Rechtsquellen EURODAC-VO = VO (EG) Nr. 2725/2000, ABl.-EG L 316/4 vom 15.12.2000 EURODAC-DV = VO (EG) Nr. 407/2002, ABl.-EG L 62/1 vom 05.03.2002
Inbetriebnahme-Entscheidung: ABl.-EG C 5/2 vom 10.01.2003
4.1 Eurodac-Anwenderstaaten
Staaten, die die Eurodac-VO anwenden, sind
(a) alle EU-Staaten einschließlich Großbritannien und Irland – Dänemark erst seit 2006 (Abkommen EU/Dänemark v. 21.02.2006, ABl. EG L 96/9); (b) die Nicht-EU-Staaten Island, Norwegen und Schweiz (seit Dez. 2008).
4.2 Begriff
Unter „EURODAC“ ist ein zentrales, europäisches automatisiertes Fingerabdruck-Identifizierungssystem (AFIS) für Asylbewerber und unerlaubt eingereiste bzw. aufhältliche Ausländer zu verstehen („Euro-Daktyloskopie“). Die europäische Zentraldatenbank liegt in Luxemburg, nationale Zentraldatendank in Deutschland ist das BKA, vgl. § 5 AsylZBV. Die Inbetriebnahme ist am 15.01.2003 erfolgt (Mitteilung ABl.-EG C 5/2 vom 10.01.2003).
4.3 Regelungsgegenstand
Gem. EURODAC-VO sind Abdrücke aller 10 Finger zu nehmen von (a) jedem Asylbewerber, der das 14. Lebensjahr vollendet hat (Art. 4 Eurodac-VO); (b) jedem Drittstaatsangehörigen, der das 14. Lebensjahr vollendet hat und in Verbindung mit dem illegalen Überschreiten der Grenze eines Mitgliedsstaates auf dem Luft-, See- oder Landweg aus einem Drittstaat kommend aufgegriffen und nicht zurückgewiesen bzw. nicht zurückgeschoben oder abgeschoben wird (Art. 8 Eurodac-VO). (c) Gem. Art. 11 Eurodac-VO können Fingerabdrücke von jedem Drittstaatsangehörigen, der das 14. Lebensjahr vollendet hat und sich illegal in einem Mitgliedstaat aufhält, abgenommen werden, um zu prüfen, ob er in einem anderen Mitgliedstaat einen Asylantrag gestellt hat.
Die Ermächtigungsgrundlagen gegenüber dem Ausländer befinden sich im nationalen Recht, und zwar
(a) für Art. 4 Eurodac-VO in § 16 I AsylVfG (Asylbewerber ab 14 J.),
(b) für Art. 8 Eurodac-VO in § 49 VIII AufenthG (unerlaubt Einreisender aus Drittstaat ab 14 J., der nicht zurückgewiesen oder zurückgeschoben wird),
(c) für Art. 11 Eurodac-VO in § 49 IX AufenthG (unerlaubt Aufhältlicher ab 14 J. bei Verdacht auf Asylantrag in einem Dublin II-Staat.
5. Einreise- und Aufenthaltsstatus
5.1 Einreiseverweigerung und Zurückschiebung (§ 18 II, III AsylVfG)
Unter den Voraussetzungen des § 18 II, III AsylVfG ist die Einreise zu verweigern bzw. bei Antreffen im unmittelbaren zeitl. Zusammenhang mit einer unerl. Einreise die Einreise zu verweigern bzw. die Zurückschiebung anzuordnen. Im Falle dass der sichere Drittstaat (§ 26a AsylVfG) ein "Dublin II"-Staat ist, hat das "Dublin"-Verfahren Vorrang (Zuständigkeit d. BAMF, Weiterleitung des Drittstaatsangeh. an AE), außer im Verhältnis zu Dänemark, Österreich, Schweden, Tschechien. Mit Zurückweisung/Zurückschiebung nach § 18 II, III AsylVfG erlischt die Aufenthaltsgestattung (§§ 55, 67 I Nr. 1, Nr. 1a AsylVfG). Vgl. zum Vorrang des "Dublin II"-Verfahrens auch VG Gießen, Beschl. v. 03.02.2006 - 4 G 227/06.A.
5.2 Flughafenverfahren (§ 18a AsylVfG)
Im Falle der Anreise auf dem Luftweg aus einem sicheren Herkunftsstaat (§ 29a AsylVfG - EU, Ghana, Senegal) oder bei Nichtvorlage eines gültigen Passes oder Passersatzes wird das Asylverfahren vor der Einreise (§ 13 II S. 1 AufenthG) mit Unterbrinung in einer Unterkunft durchgeführt (nur Flugh. Berlin-Schönefeld, Düsseldorf, Frankf./M., Hamburg, München). Dem Asylsuchenden ist sofortige Gelegenheit zu geben, bei der BAMF-Außenstelle einen Asylantrag zu tellen. Im Falle dass das BAMF nicht binnen 2 Tagen entscheidet oder mitteilt, nicht kurzfristig entscheiden zu können, ist die Einreise zu gewähren und der Asylsuchende an die zuständige / nächstgelegene AE zu verweisen (§ 18 I AsylVfG). Lehnt das BAMF den Asylantrag fristgemäß ab, ist die Einreise zu verweigern (§ 18a III AsylVfG). Für das weitere Zurückweisungsverfahren ist § 15 V, VI AufenthG (ZW-Haft oder Transitunterbringung) zu berücksichtigen. Dabei ist wichtig, dass ein Festhalten im Transitbereich, ohne dass dem Betr. eine Abreise Richtung Ausland möglich ist, als Freiheitsentziehung eingeordnet wird, also einen AG-Beschluss nach §§ 4, 6 FEVG erfordert (OLG München, Beschl. v. 12.12.2005 - 34 Wx 157/05 - InfAuslR 2005, 139; OLG Frankf./M. InfAuslR 2007, 47 u. 1997, 226; Amtl. Begründung zu § 15 V, VI AufenthG - BR-Ds 224/07 v. 30.03.2007).
5.3 Aufenthaltsgestattung
Im Falle der Einreisegewährung ist der Aufenthaltsstatus des asylsuchenden Drittstaatsangehörigen erlaubt über die Aufenthaltsgestattung (§ 55 AsylVfG), die räuml. beschränkt ist auf den Bezirk der für die AE zuständige Ausländerbehörde (vgl. § 56 AsylVfG - zur Ausnahmeerlaubnis § 57 AsylVfG - vorsätzlicher Erstverstoß: Verdacht einer OWi, § 86 I AsylVfG, vorsätzl. Zweitverstoß: Verdacht einer Straftat, § 85 Nr. 2 AsylVfG).
Der Asylsuchende ist bei Einreise an die zuständige / nächstgelegene AE weiterzuleiten (§ 18 I AsylVfG). Wenn der Weiterleitung keine Folge geleistet wird, wird der Asylantrag als Asylfolgeantrag behandelt, vgl. §§ 20 I, II, 71 AsylVfG).
Wird nicht binnen zwei Wochen seit Asylnachsuche ein Asylantrag gestellt, erlischt die Aufenthaltsgestattung, tritt aber mit Antragstellung wieder in Kraft (§ 67 I Nr. 2, II AsylVfG).
Die Verwendung des Begriffs "Asyl" allein reicht nicht für ein Asylbegehren, es muss ein Ersuchen um Schutz vor politischer Verfolgung zum Ausdruck kommen (BGH InfAuslR 2003, 202 (203) = NVwZ 2003, 893; OVG Koblenz NJW 1977, 510).
Im Falle der Einreise aus einem sicheren Drittstaat tritt die Aufenthaltsgestattung gem. § 55 I Satz 3 AsylVfG erst mit dem förmlichen Asylantrag beim BAMF ein, nicht bereits mit Aylbegehren (vgl. auch BGH InfAuslR 2003, 202 (203); OLG München, Beschl. v. 30.01.2008 - 34 Wx 136/07).
5.4 Grenzübertrittsberechtigung
Die Aufenthaltsgestattung berechtigt nicht zum Grenzübertritt (§ 64 II AsylVfG), bei Aus- und Wiedereinreise ist aber eine Zurückweisung unzuläsig (§ 15 IV S. 2 AufenthG).
Dem Asylbewerber kann aber ein Reiseausweis nach § 6 Nr. 4 AufenthV ausgestellt werden.
Während nach einigen Rechtsauffassungen vertreten wird, dass eine Aufenthaltsgestattung ein Reiserecht in andere Schengen-Staaten nach Art. 21 II SDÜ gewähren kann (westphal in Huber, Handbuch AuslR/asylR, Bd. 2, EL 6, November 1996, Art. 21 SDÜ Rdnr. 6; Westphal/Stoppa, AuslR f.d. Pol., 3. Aufl. 2007, S. 336, 341), ist nach Auffassung der Grenzbehörden dieses nicht der Fall. So wurde umgekehrt die von Italien ausgestellte "Permesso di soggiorno provvisorio per richiesta asilo politico ai sensa della Convenzione di Dublino" und die von Schweden ausgestellte "Tillfälligt LMA-kort för utlännig i Sverige" ausdrücklich aus dem Anwendungsbereich des Art. 21 II und Art. 21 I SDÜ ausgenommen. Inzwischen ist in der Mitteilung 2009/C 3/04 - ABl. EG C 3/5 vom 08.01.2009 - die Aufenthaltsgestattung ausdrücklich ausgenommen worden.
6. Asylbegehren aus der Haft
Im Falle eines in Zurückschiebungshaft oder Abschiebungshaft gestellten Asylbegehrens setzt die Aufenthaltsgestattung ein (§ 55 I AsylVfG), so dass die Ausreisepflicht und damit auch ihre Durchsetzbarkeit und daher auch die Haftgtründe entfallen (OLG Frankfurt/M., Beschl. v. 12.05.2005 - 20 W 297/03). Das gilt nicht
(a) im Falle der Einreise aus einem sicheren Drittstaat, da in diesem Fall die Aufenthaltsgestattung erst mit dem förmlichen Asylantrag einsetzt (BGH InfAuslR 2003, 202 (203) = NVwZ 2003, 893; OLG München, Beschl. v. 30.01.2008 - 34 Wx 136/07 = AuAS 2008, 89 (91));
(b) in Fällen des § 14 III Nr. 3, Nr. 4 AsylVfG, wobei diese Regelung nach ihrem gesetzgeberischen Zweck auf Fälle offenkundigen Missbrauchs zu beschränken ist (OLG Düsseldorf InfAuslR 2000, 236 (237); BT-Drucks. 13/4989, S. 11).
§ 14 III AsylVfG ist nicht nur auf Abschiebungshaft, sondern auch auf Zurückschiebungshaft anwendbar (BVerfG, Beschluss v. 25.02.2009 - 2 BvR 1537/08; OLG München, Beschl. v. 30.01.2008 - 34 Wx 136/07; OLG Düsseldorf, Beschl. v. 09.04.2008 - I-3 Wx 16/08; offen gelassen bei OLG Hamm, Beschl. v. 08.01.2008 - 15 W 327/07).
7. Schleusung von Asylsuchenden
7.1 Verhältnis § 96 AufenthG / Art. 31 I GFK
Die Einreisebeihilfe unmittelbar aus einem Verfolgerstaat ist mangels unerlaubter Einreise (lt. BVerwG ist Art. 16a GG Rechtfertigungsgrund) keine Schleusung iSv. § 96 I AufenthG. Im Falle des Reiseweges über sichere Drittstaaten findet zugunsten des Asylsuchenden § 95 V AufenthG iVm. Art. 31 I GFK Anwendung, nicht aber zugunsten des Schleusers (Heinrich, ZAR 2003, 166 (168); Steiner in Minthe, Illegale Migration u. Krim., 2002, S. 144; Westphal/Stoppa, NJW 1999, 2137 (2144) u. AuslR f.d. Polizei, 3. Aufl. 2007, S. 692).
7.2 Verhältnis §§ 84, 84a AsylVfG / § 95 II Nr. 2 AufenthG
Im Falle des Zusammentreffens des Verleitens zu falschen Angaben iSv. §§ 84, 84a AsylVfG mit dem Erschleichen eines Aufenthaltstitels (§ 25 I AufenthG) nach § 95 II Nr. 2 AufenthG ist letzterer TB nicht anwendbar um nicht die Milderung des AsylVfG zu unterlaufen (Aurnhammer, Spezielles AuslStrafR, 1996, S. 197). Eine Aufenthaltsgestattung ist als gesetzl. Aufenthaltsrecht kein Aufenthaltstitel in diesem Sinne (BGH NJW 1997, 333).
Während der Schleusertatbestand § 96 I AufenthG als Anstiftung oder Beihilfe (§§ 26, 27 StGB) zu einer Bezugstat bzw. Haupttat nach § 95 I Nr. 1-3, Ia, II AufenthG ausgestaltet ist, besteht der Tatbestand des § 84 I AsylVfG im Verleiten oder Untertstützen eines Drittstaatsangehörigen, vor dem BAMF falsche Angaben zu machen, um als Asylberechtigter anerkannt zu werden. Die Falschangaben des Asylantragstellers selbst sind nicht strafbar (OLG Köln NStZ 1991, 498). Die Strafzumessungsregel "besonders schwerer Fall" (§ 84 II AsylVfG) sieht als Strafschärfungsgrund das Erhalten oder Sichversprechenlassen eines Verögensvorteils (wie bei § 96 I Nr. 2 AufenthG) oder das Handeln zugunsten von mehr als fünf Drittstaatsanghörigen vor (bei § 96 I Nr. 1 b) AufenthG ist das Merkmal "zugunsten von mehr als fünf" bereits seit 1997 durch "zugunsten mehrerer" ersetzt worden). Die Qualifikationstatbestände §§ 84 III, 84a AsylVfG betreffen gewerbs- oder bandenmäßiges bzw. gewerbs- und bandenmäßiges Vorgehen.